Spurenelement Kupfer: Wichtiger Baustein für die Gesundheit des Pferdes

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zum Wohlergehen und Vitalität unserer Pferde. Neben der ausreichenden Zufuhr an Nährstoffen ist das komplexe Zusammenspiel von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen entscheidend für die Gesunderhaltung des Pferdekörpers. Um im Falle eines möglichen Mangels rechtzeitig reagieren zu können, ist es wichtig die Ursachen und Anzeichen bei dem Pferd zu kennen, denn eine Mangelversorgung kann weitreichende Folgen haben. Ein Unterversorgung mit dem Spurenelement Kupfer kann sich auf unterschiedlichen Arten bemerkbar machen (z. B. Veränderungen der Fellfarbe, ein geschwächtes Immunsystem oder Hufprobleme). Gerade auch Pferdezüchter sollten sich intensiver mit diesem Spurenelement befassen, denn eine unpassende Kupferversorgung kann besonders bei jungen Pferden massive Schädigungen hervorrufen.


Warum eine ausreichende Kupferversorgung beim Pferd so bedeutend?


Das Spurenelement Kupfer ist vor allem für das junge Pferd von besonderer Wichtigkeit. Es ist an der Bildung des kollagenen Bindegewebes beteiligt und sorgt für eine optimale Knochenbildung. Eine ausreichende Versorgung ist daher ein fundamentaler Faktor für die Entwicklung gesunder und belastungsfähiger Knochen, Bänder, Sehnen und Knorpel.


Bereits im Mutterleib bildet das Fohlen eine Kupferreserve, die es seinem Körper ermöglicht, sofort möglichen Verletzungen und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates entgegenzuwirken. Kommt es zu einer Unterversorgung mit Kupfer in der Entwicklungsphase, sei es durch einen Kupfermangel bei der Mutterstute oder eine ungenügende Versorgung des heranwachsenden Fohlen bzw. Jungpferdes, begünstigt dies unter anderem das Auftreten von Osteochondrose (OC). Hier kann es zu einer Beeinträchtigung der Knochenbildung und im schlimmsten Fall zu einer Chipbildung kommen. Der Zusammenhang dieser Krankheit mit der Kupfer-Unterversorgung während der Aufzucht ist durch zahlreiche Studien belegt. Zudem können Wachstumsstörungen oder Gelenkdeformierungen beim Pferd auftreten. Ein nicht erkannter Kupfermangel kann außerdem langfristig gesehen rheumatische Erkrankungen, Arthrose oder Osteoporose nach sich ziehen.


Neben der gesunden Entwicklung von Knochen und Bindegewebe hat Kupfer jedoch noch weitere entscheidende Aufgaben im Körper des Pferdes zu erfüllen. Das Spurenelement ist von großer Bedeutung für ein starkes Immunsystem wie auch für das zentrale Nervensystem. Es spielt bei der Blutbildung und dem Pigmentstoffwechsel eine tragende Rolle. Als Bestandteil vieler Enzyme hat es daher direkten Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel des Pferdes.



Wie Kupfer im Körper seine Funktion ausübt


Kupfer wird in erster Linie in der Leber, aber auch in der Haut, den Knochen und den Muskeln, gespeichert. Das essenzielle Spurenelement neutralisiert als Bestandteil des Coenzyms Superoxiddismutase freie Sauerstoffradikale. Diese tragen nicht nur zum Alterungsprozess bei, sondern können auch degenerative Krankheiten begünstigen. Auch im Enzym Lysyloxidase ist Kupfer vorhanden. Dieses Enzym ermöglicht die Quervernetzung von Kollagen und Elastin, was die Grundvoraussetzung für kräftige Knochen und elastische Sehnen, Bänder, Blutgefäße und Haut ist. Als Stabilisationsfaktor ist Kupfer auch im Knorpelgewebe zu finden. Generell bildet es einen wichtigen Bestandteil im Kollagenen Bindegewebe. Liegt eine Unterversorgung vor, wird das Spurenelement aus den Reservoirs in Knochen und Gelenken mobilisiert, um das Gleichgewicht im Blut zu erhalten. Dies schwächt jedoch langfristig die Knochen.


Kupfer spielt auch eine wichtige Rolle bei der Mobilisation von Eisen und ist auf diese Weise an der Bildung von Hämoglobin beteiligt. Ein Mangel kann daher auch ursächlich für das Entstehen von Anämie sein, selbst wenn die Eisenversorgung ausreichend ist. Eine weitere wichtige Aufgabe erfüllt das Spurenelement, indem es zur Bildung der Myelinschicht beiträgt, die die Nervenfasern schützend umgibt. Liegen hier Störungen vor, kann dies zu Entzündungen oder gar dem Absterben von Nerven führen. Ein Mangel an Kupfer wird auch bei der Entstehung von Ataxien als potenziell ursächlich betrachtet. Auch bei dem Auftreten von Allergien ist Kupfer, beziehungsweise ein Defizit dessen, involviert. Allergien beim Pferd können durch Histamin hervorgerufen werden. Dieses ist unter anderem in verdorbenem Futter, Silage und Heulage vorhanden und gelangt durch die Aufnahme dieser Futtermittel in den Pferdekörper. Hier können Fütterungsfehler gleich auf zweifache Weise zu einem Mangel an Kupfer beitragen. Zum einen wird zu wenig aufgenommen, zum anderen zu viel verbraucht, denn Kupfer ist an der Aktivität des Enzyms Diaminoxidase beteiligt, welches zum Abbau von Histamin nötig ist. Durch minderwertiges Futter wird folglich mehr Kupfer verbraucht, was so an anderer Stelle schließlich fehlt. Des Weiteren wirkt sich eine ausreichende Kupferversorgung auch auf die Enkephaline aus. Diese Eiweißverbindungen haben eine schmerzlindernde Wirkung. Bei einem Defizit an Kupfer zeigt sich häufig auch eine verstärkte Schmerzsensibilität beim Pferd.


Gemeinsam mit Zink, Selen und Mangan sorgt es für die Pigmentierung vom Fell. Eine Unterversorgung kann sich also durchaus am Aussehen vom Fell zeigen. Die sogenannte Kupferbrille ist dabei ein wichtiges Merkmal beim Pferd. Hier spielt das Kupfer-abhängige Enzym Tyrosinase eine wichtige Rolle, da es für die Melaninsynthese benötigt wird. Durch ein Kupferdefizit zeigen sich Depigmentierungen oder Farbveränderungen im Fell, besonders auch um die Augen herum, was als Kupferbrille bekannt ist. An der Melaninsynthese ist auch Mangan maßgeblich beteiligt, daher können diese Veränderungen genauso auf eine Unterversorgung mit diesem Spurenelement hinweisen.


Wie kann man einen Kupfermangel beim Pferd erkennen?


Da Kupfer an vielen Prozessen im Körper beteiligt ist, zeigt sich ein Mangel auf vielfältige Art und Weise.


Mögliche Anzeichen für einen Mangel:
>Auffälligkeiten den Knochenbau und des Bindegewebes (Knorpel, Sehnen, Bänder) betreffend
>Störungen der Haar- und Hufbildung
>Infektanfälligkeit
> ​Neigung zu Allergien
>Depigmentierung "Kupferbrille"
>Hautprobleme wie Schuppen, Mauke und Ekzem, auch Sommerekzem
>Hormonstörungen bei Deckhengsten und Zuchtstuten
>Störungen des Nervensystems
>Blutarmut
>Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
>Zu geringe Milchfettleistung der Mutterstute


Wie hoch ist der Kupferbedarf beim Pferd?


Ein durchschnittliches Großpferd mit einem Körpergewicht von 500 kg benötigt circa 100 mg Kupfer pro Tag. Bei trächtigen und laktierenden Zuchtstuten ist der Bedarf deutlich höher. Insbesondere bei jungen Pferden sollte besonders auf eine ausreichende Supplementierung geachtet werden.



Wie kann man einer Kupfermangel oder Kupferüberschuss vorbeugen?


Um einem Kupfermangel vorzubeugen, ist die Fütterung von einem guten Mineralfutter unabdingbar. Durch die alleine Fütterung von Heu, Gras und Kraftfutter wird der Kupferbedarf in den meisten Fällen nicht ausreichend gedeckt. Heu hat einen durchschnittlichen Kupfergehalt von 4 bis 5 mg pro Kilo, Hafer und Gerste liegt je nach Art und Qualität bei 3 bis 8 mg pro Kilo im Durchschnitt.


Ein auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmtes Mineralfutter leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung des Tieres. Auch das Zusammenspiel der einzelnen Nähr- und Mineralstoffe sowie Spurenelemente ist entscheidend, um eine ausreichende Versorgung des Pferdes zu gewährleisten. Eine Überversorgung mit Zink, Eisen und Phosphat, aber auch Molybdän, Cadmium oder Sulfid und Phytinsäure (im Getreide enthalten) können die Aufnahme und Verwertung von Kupfer hemmen. Auch mit Calcium treten Wechselwirkungen auf. Um eine optimale Versorgung zu ermöglichen, sollte neben einer ausgeglichenen Mischung der Vitalstoffe auch auf deren Bioverfügbarkeit und Bindungsform geachtet werden.


Bei einer Überversorgung mit Kupfer kann die Aufnahme von Zink gehemmt werden und dadurch unbewusst ein Zinkmangel verursacht werden. Dies tritt meistens nur ein, wenn größere Mengen Kupfer einzeln verabreicht werden. Sofern Sie sich an die allgemeinen Futterempfehlungen halten, ist kein Kupferüberschuss zu befürchten.



Fazit


Um den Kupferbedarf beim Pferd zu decken, ist es in erster Linie wichtig, gutes Mineralfutter zu füttern. Ist eine ausreichende Versorgung mit diesem Spurenelement nicht gegeben, kann dies zu schwerwiegenden Folgen führen. Insbesondere in der Zucht und Aufzucht der Jungpferde spielt es eine bedarfsgerechte Versorgung mit Kupfer eine tragende Rolle. Bei einem Mangel empfiehlt es sich in vielen Fällen Kupfer nicht als Einzelpräparat zu verabreichen, sondern in Kombination mit weiteren Spurenelementen. Dadurch kann eine deutlich bessere Aufnahme erreicht werden.






Achtung: Eine Futterumstellung ersetzt keinen Tierarzt oder Therapeuten. Bitte verständigen Sie bei akuten Problemen immer einen Fachmann. Bei den Empfehlungen handelt es sich lediglich um eine Anregung. Lassen Sie sich hier gerne von einem erfahrenen Barynesse-Futterspezialisten beraten.