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Spurenelement Kupfer: Wichtiger Baustein für die Gesundheit des Pferdes

Aktualisiert: 18. Dez. 2025

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zum Wohlergehen und Vitalität unserer Pferde. Neben der ausreichenden Zufuhr an Nährstoffen ist das komplexe Zusammenspiel von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen entscheidend für die Gesunderhaltung des Pferdekörpers. Um im Falle eines möglichen Mangels rechtzeitig reagieren zu können, ist es wichtig die Ursachen und Anzeichen bei dem Pferd zu kennen, denn eine Mangelversorgung kann weitreichende Folgen haben.


Eine Unterversorgung mit Kupfer kann sich auf vielfältige Weise äußern, etwa durch Veränderungen der Fellfarbe, ein geschwächtes Immunsystem oder Hufprobleme. Besonders Züchter sollten Kupfer im Blick behalten, da eine unpassende Versorgung bei Jungpferden zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führen kann

Warum Kupfer für Pferde so wichtig ist?


Kupfer gehört zu den essenziellen Spurenelementen und spielt vor allem bei jungen Pferden eine zentrale Rolle. Es unterstützt die Bildung von kollagenem Bindegewebe und ist maßgeblich an der Entwicklung von Knochen, Sehnen, Bändern und Knorpel beteiligt. Eine bedarfsgerechte Kupferversorgung ist daher unerlässlich, insbesondere in der Aufzucht junger Pferde.


Weißes Pferd steht in einer Wiese vor bergiger Landschaft – Thema Spurenelement Kupfer bei Pferden
Kupfer spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Knochen, Fell und Immunsystem beim Pferd.

Schon im Mutterleib legt das Fohlen Kupferreserven an. Diese helfen dem jungen Pferdekörper, bei Belastung oder Verletzung entsprechend zu reagieren. Wird die tragende Stute nicht ausreichend mit Kupfer versorgt oder erhält das Jungtier später nicht genug über das Futter, kann das schwerwiegende Folgen haben, etwa die Entstehung von Osteochondrose (OC) mit möglichen Gelenkchips, Wachstumsstörungen oder Gelenkdeformationen.


Der Zusammenhang zwischen Kupfermangel in der Aufzucht und derartigen Erkrankungen ist durch zahlreiche gut Studien belegt. Auch langfristig drohen bei einem nicht erkannten Kupfermangel gesundheitliche Probleme wie Arthrose, Osteoporose oder rheumatische Beschwerden. Hier finden Sie ein passendes Kupferpräparat für Ihr Pferd!


Doch Kupfer wirkt nicht nur auf Knochen und Bindegewebe. Das Spurenelement ist ebenso wichtig für ein stabiles Immunsystem, das Nervensystem, die Blutbildung und den Pigmentstoffwechsel. Als Bestandteil vieler Enzyme hat es daher direkten Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel des Pferdes.


Wie Kupfer im Pferdekörper wirkt


Kupfer wird vorwiegend in der Leber gespeichert, aber auch in Haut, Muskeln und Knochen. Es neutralisiert in Form des Enzyms Superoxiddismutase freie Radikale, die Zellstrukturen schädigen können. Auch als Bestandteil des Enzyms Lysyloxidase unterstützt Kupfer die Quervernetzung von Elastin und Kollagen, was beides wichtig für stabile Sehnen, Bänder und Blutgefäße ist. Auch im Knorpelgewebe spielt Kupfer eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Bei längerem Mangel greift der Körper auf Kupferreserven in Gelenken und Knochen zurück, was diese Strukturen schwächen kann.


Zudem ist Kupfer an der Mobilisation von Eisen beteiligt und damit an der Bildung von Hämoglobin. Auch bei Störungen der Nerven kann ein Kupfermangel eine Rolle spielen, etwa durch eine unzureichende Bildung der Myelinschicht, die die Nervenfasern schützt. Liegen hier Störungen vor, kann dies zu Entzündungen oder gar dem Absterben von Nerven führen. So lassen sich auch neurologische Auffälligkeiten wie Ataxien potenziell auf Kupferdefizite zurückführen.


Auch bei Allergien kann ein Kupfermangel eine Rolle spielen. Allergische Reaktionen beim Pferd werden häufig durch Histamin ausgelöst, ein Stoff, der unter anderem in Silage oder Heulage, aber auch in verdorbenem Futter, enthalten sein kann. Wird solches Futter aufgenommen, kann das zwei Probleme gleichzeitig verursachen: Zum einen enthält es oft ohnehin wenig Kupfer, zum anderen steigt der Kupferverbrauch im Körper. Denn Kupfer ist wichtig für das Enzym Diaminoxidase, das Histamin abbaut. Je mehr Histamin im Körper ist, desto mehr Kupfer wird dafür benötigt, dass wiederum zu einem Mangel an anderer Stelle führen kann.


Auch bei der Schmerzwahrnehmung ist Kupfer beteiligt. Es unterstützt die Bildung sogenannter Enkephaline, körpereigene Eiweißverbindungen mit schmerzlindernder Wirkung. Fehlt Kupfer, kann die Schmerzsensibilität beim Pferd deutlich erhöht sein.


Kupfer und Fellveränderungen


Ein sichtbares Zeichen für Kupfermangel kann die sogenannte Kupferbrille sein, plötzlich aufgehellte Fellbereiche rund um Augen, Maul oder Mähne. Zusammen mit Zink, Selen und Mangan ist Kupfer an der Fellpigmentierung beteiligt. Verantwortlich ist hier das Enzym Tyrosinase, das nur bei ausreichender Kupferverfügbarkeit korrekt arbeitet. Auch Mangan beeinflusst die Melaninsynthese. Bei Veränderungen im Fell lohnt sich daher immer auch ein Blick auf die Spurenelementversorgung.


Wie kann man einen Kupfermangel beim Pferd erkennen?


Da Kupfer an vielen Prozessen im Körper beteiligt ist, äußert sich ein Mangel oft auf vielfältige Art und Weise.


Mögliche Anzeichen für einen Mangel:

  • Auffälligkeiten an Knochen, Knorpel, Sehnen und Bänder

  • Störungen bei Haar- und Hufbildung

  • Erhöhte Infektanfälligkeit

  • Neigung zu Allergien

  • Depigmentierung („Kupferbrille“)

  • Hautprobleme wie Schuppen, Mauke oder Ekzem

  • Hormonstörungen bei Zuchtstuten und Deckhengsten

  • Störungen des Nervensystems

  • Blutarmut (Anämie)

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

  • Geringe Milchfettleistung bei Stuten


Wie hoch ist der Kupferbedarf beim Pferd?


Der Bedarf an Kupfer hängt stark von Alter, Belastung und Lebensphase ab. Ein ausgewachsenes Großpferd (ca. 500 kg) benötigt im Schnitt rund 100 mg Kupfer pro Tag. Tragende oder laktierende Stuten sowie Jungpferde haben einen entsprechend höheren Bedarf. Hier sollte dringend auf eine ausreichende Supplementierung geachtet werden..



Kupfermangel und Kupferüberschuss vermeiden


Um einem Kupfermangel vorzubeugen, ist die Fütterung von einem guten Mineralfutter unabdingbar. Durch die alleine Fütterung von Heu, Gras und Kraftfutter wird der Kupferbedarf in den meisten Fällen nicht ausreichend gedeckt. Heu hat einen durchschnittlichen Kupfergehalt von 4 bis 5 mg pro Kilo, Hafer und Gerste liegt je nach Art und Qualität bei 3 bis 8 mg pro Kilo im Durchschnitt.


Ein auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmtes Mineralfutter leistet daher einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung. Wichtig ist dabei nicht nur die enthaltene Kupfermenge, sondern auch das Zusammenspiel mit anderen Nähr- und Mineralstoffen. So können eine zu hohe Zufuhr von Zink, Eisen, Phosphat, Molybdän, Cadmium, Sulfid und Phytinsäure (z. B. aus Getreide) die Aufnahme und Verwertung von Kupfer hemmen. Auch mit Calcium können Wechselwirkungen auftreten. Für eine gute Bioverfügbarkeit sollten nicht nur die Inhaltsstoffe selbst, sondern auch die Bindungsform und Qualität beachtet werden.


Vorsicht bei Überdosierung


Ein Kupferüberschuss entsteht in der Praxis meist dann, wenn Kupfer über einen längeren Zeitraum hochdosiert und einzeln supplementiert wird. Das kann die Zinkaufnahme hemmen und so ungewollt einen Zinkmangel verursachen. Hält man sich jedoch an die üblichen Fütterungsempfehlungen, ist eine Überversorgung in der Regel nicht zu befürchten.


Fazit: Behalten Sie die Kupferversorgung immer im Blick


Um den Kupferbedarf beim Pferd zu decken, ist in erster Linie auf die Fütterung eines hochwertigen Mineralfutters zu achten. Wird das Spurenelement nicht in ausreichender Menge aufgenommen, kann dies zu gesundheitlichen Folgen führen. Besonders in der Zucht sowie in der Aufzucht von Jungpferden spielt eine bedarfsgerechte Kupferversorgung eine zentrale Rolle. Besteht der Verdacht auf einen Mangel, kann es sinnvoll sein, zeitweise ein Kupferpräparat zu verabreichen. Die Supplementierung sollte dabei stets gezielt und angepasst erfolgen. Setzen Sie sich gerne mit unseren Ernährungsexperten in Verbindung!





Achtung: Eine Futterumstellung ersetzt keinen Tierarzt oder Therapeuten. Bitte verständigen Sie bei akuten Problemen immer einen Fachmann. Bei den Empfehlungen handelt es sich lediglich um eine Anregung. Lassen Sie sich hier gerne von einem erfahrenen Barynesse-Futterspezialisten beraten.


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