Zink für das Pferd: Zinkmangel in der Pferdefütterung vermeiden
- Barynesse - Delikatesse für das Tier

- 20. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Dez. 2025
Als essenzielles Spurenelement benötigt das Pferd Zink zur Unterstützung zahlreicher lebenswichtiger Funktionen. Zink spielt eine Rolle bei der Gewebereparatur, im Immunsystem, bei der Fruchtbarkeit, in der fötalen Entwicklung und beim körperlichen Wachstum. Das chemische Element mit dem Elementsymbol Zn zählt zu den zweithäufigsten Spurenelementen im Pferdekörper und ist an einer Vielzahl von enzymatischen Reaktionen beteiligt. Dazu gehören insbesondere der antioxidative Schutz, die Insulinproduktion, die Bildung von Kollagen und Keratin, die Proteinbiosynthese und der Stoffwechsel von Makronährstoffen.

Bei Fohlen unterstützt Zink eine gesunde Entwicklung von Haut, Hufen und Knochen und ein normales Gewebewachstum.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wirkung von Zink auf den Blutzuckerspiegel. Zink kann dazu beitragen, einen gesunden Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten, vor allem über die Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und die Erhöhung des antioxidativen Status. Gerade leichtfüttrige Pferderassen, Robustpferde oder Ponys neigen häufig zu Stoffwechselproblemen, wenn sie nicht ausreichend bewegt oder im Verhältnis ihrer körperlichen Beanspruchung bedarfsdeckend gefüttert und ausreichend Mikronährstoffe supplementiert werden.
Auch bei einer ansonsten artgerechten Fütterung kann ein Mangel auftreten, wenn das angebotene Futter nicht den erforderlichen Zinkgehalt aufweist. Besonders dann, wenn Futtermittel aus Böden stammen, die von Natur aus wenig Zink enthalten, sollte die Versorgung kritisch überprüft werden.
Zink und Stoffwechselerkrankungen wie EMS
Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) gehört zu den Stoffwechselstörungen beim Pferd. Ein Auslöser kann starkes Übergewicht sein. EMS wird oft als eine „Wohlstandskrankheit“ bezeichnet, weil sie besonders bei Pferden auftritt, die viel Energie aufnehmen, aber zu wenig Bewegung haben. In solchen Fällen kann die Gabe von Zink als Ergänzung sinnvoll sein. Zink kann die Insulinsensitivität des Gewebes verbessern und unterstützt die Erhöhung des antioxidativen Status, der bei Pferden mit EMS häufig vermindert ist. Zudem ist eine ausreichende Zinkversorgung wichtig für eine normale Leberfunktion, die bei Stoffwechselkrankheiten stark beansprucht wird.
Zinkmangel erkennen
Als Faustregel kann davon ausgegangen werden, dass ein ausgewachsenes Pferd mit einem Gewicht von 500 kg die Zufuhr von 400 mg Zink pro Tag benötigt.
Liegt beim Pferd eine Unterversorgung mit Zink vor, äußert sich dies häufig durch unspezifische Symptome. Zu den ersten Anzeichen zählen eine erhöhte Infektanfälligkeit, Leistungsdefizite und Hautirritationen wie anhaltender Juckreiz. Auch das Auftreten von Ekzemen, Mauke oder Raspe kann ein Hinweis auf Zinkmangel sein. Diese Hautveränderungen gehen oft mit zusätzlichem Leidensdruck einher, da sie auch Infektionen begünstigen können. Weitere mögliche Symptome sind Müdigkeit, Probleme mit der Haar- und Hufqualität, Appetitlosigkeit oder Anämie (Blutarmut). Diese Symptome spiegeln wider, dass Zink im Stoffwechsel eine große Rolle spielt.
Zink bei besonderen Bedürfnissen
Pferde in bestimmten Lebensphasen oder mit gesundheitlichen Problemen haben einen erhöhten Bedarf.
Dazu zählen:
Jungpferde im Wachstum
Laktierende oder tragende Stuten
Pferde in intensiver Arbeit oder im Sporteinsatz
Tiere mit Hautproblemen, schlechten Hufen oder Fellwechselbeschwerden
Pferde mit EMS, Cushing oder Leberproblemen
Gerade hier sollte die Zinkzufuhr regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden.
Zink im Blutbild der Pferde: Zu niedrig oder zu hoch?
Ein Blutbild gehört zu den Standard-Diagnoseverfahren in der Veterinärmedizin. Es wird eingesetzt, wenn ein Pferd geschwächt erscheint oder unspezifische Symptome zeigt. Auch die Diagnose einer Unterversorgung mit Zink kann Teil einer Blutbildanalyse sein.
Viele Pferdehalter lassen routinemäßig ein jährliches Blutbild erstellen, um auf Organ- oder Stoffwechselerkrankungen frühzeitig vorbereitet zu sein. Schwierigkeiten ergeben sich jedoch bei der Interpretation von Nährstoffwerten, da etwa die Fütterung am Vortag die Messergebnisse erheblich beeinflussen kann. Die Konzentration von Zink im Blut schwankt stark und wird wesentlich von der Nahrungsaufnahme beeinflusst. Deshalb spiegelt ein Blutwert nicht immer zuverlässig die Gewebekonzentration wider.
Vor einer Blutbestimmung sollte daher für einige Tage auf die Gabe von Mineralfutter oder Ergänzungsfuttermittel verzichtet werden. Auch die Nachkontrolle von nährstoffbezogenen Werten ist schwierig, weil ein schwerer Mangel langfristig nur langsam ausgeglichen werden kann, im Extremfall über ein bis zwei Jahre.
Ein erhöhter Zinkwert im Blutbild ist deutlich seltener als ein niedriger Wert, denn überschüssiges Zink wird überwiegend über den Urin ausgeschieden. Lässt sich ein erhöhter Zinkwert nicht durch die Rationszusammensetzung erklären, können seltene Erkrankungen wie Polyzythämie oder Schilddrüsenerkrankungen als Ursache in Frage kommen.
Die Beurteilung der Zinkversorgung ist entsprechend komplex. Ohne Berücksichtigung der Randbedingungen lassen sich Blutwerte nur schwer interpretieren. Insbesondere die Ernährung des Pferdes muss dabei berücksichtigt werden, da Zink unter anderem die Leberfunktion und den Stoffwechsel beeinflusst.
Zinkmangel vorbeugen
Um einem Zinkmangel beim Pferd wirksam vorzubeugen, ist eine ausgewogene und durchdachte Futterration unerlässlich. Dabei zählt nicht nur die reine Zinkzufuhr, sondern auch das richtige Verhältnis zu anderen Spurenelementen, insbesondere Kupfer und Eisen. Ein zu hoher Eisengehalt kann die Aufnahme von Kupfer und Zink im Darm hemmen, sodass selbst bei ausreichender Zinkmenge Mangelerscheinungen auftreten können. Schwermetalle (z.B. Cadmium), Lingnin aus dem Stroh, zu viel Calcium und Phosphor oder die Phytinsäure aus dem Getreide können ebenfalls die Zinkaufnahme hemmen.
Vie Futtermittel enthalten häufig nur geringe Zinkmengen, vor allem wenn sie aus Regionen mit zinkarmen Böden stammen. Pferde, die hauptsächlich solches Grundfutter erhalten, benötigen daher häufig eine gezielte Zinkergänzung. Eine Möglichkeit ist die Gabe von Kombinationspräparaten, die neben Zink auch weitere Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Solche Produkte sind oft so zusammengesetzt, dass sie eine ausgewogene Versorgung der Pferde unterstützen und die Bioverfügbarkeit der enthaltenen Nährstoffe verbessern.
Eine Überdosierung von Zink ist zwar selten, sollte aber nicht ausgeschlossen werden. Wird Zink unsachgemäß supplementiert, kann es zu Störungen in der Nährstoffaufnahme kommen, etwa durch Wechselwirkungen mit anderen Spurenelementen. Daher ist eine bedarfsgerechte Zufütterung empfehlenswert, idealerweise abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse des Pferdes und deren Futterration.
Fazit: Zinkversorgung im Blick behalten
Für eine gesunde Entwicklung und die langfristige Gesunderhaltung eines Pferdes ist es unerlässlich, einem Zinkmangel vorzubeugen und durch eine bedarfsorientierte, individuelle Fütterung eine ausreichende Zinkzufuhr sicherzustellen. In der Praxis geschieht dies in der Regel durch ein hochwertiges Mineralfutter oder durch zinkhaltige Ergänzungsfuttermittel. Aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit sollte Zink dabei möglichst in organischer Form vorliegen. Hier finden Sie ein passendes Zinkpräparat für Ihr Pferd!
Es ist positiv, dass Hersteller bei der Produktion von Pferdefutter zunehmend den Zinkbedarf berücksichtigen. Dennoch kann selbst bei ausreichender Futtermenge ein Zinkmangel auftreten, etwa wenn Futtermittel aus zinkarmen Böden stammen oder andere Faktoren die Aufnahme behindern. Ob die Gabe eines zinkhaltigen Zusatzfutters sinnvoll ist, lässt sich trotz diagnostischer Herausforderungen durch eine professionelle Fütterungsberatung und Rationsberechnung ermitteln.
Achtung: Eine Futterumstellung ersetzt keinen Tierarzt oder Therapeuten. Bitte verständigen Sie bei akuten Problemen immer einen Fachmann. Bei den Empfehlungen handelt es sich lediglich um eine Anregung. Lassen Sie sich hier gerne von einem erfahrenen Barynesse-Futterspezialisten beraten.



Kommentare