Pfotenpflege beim Hund: Tipps für gesunde Hundepfoten rund ums Jahr

Für ein glückliches Leben auf vier Beinen sind gesunde Pfoten unentbehrlich. Egal, ob kleine Minitatzen oder halbe Bärenpranken: Rund um das Jahr sind Hundepfoten vielen Belastungen ausgesetzt und benötigen besondere Pflege und Fürsorge.



Die perfekten Laufwerkzeuge für den Hund – Aufbau und Funktion der Pfoten


Auch wenn es äußerlich nicht so erscheint: Der Körperbau von Hund und Mensch ist sich erstaunlich ähnlich. Die Vorderpfoten des Hundes sind vergleichbar mit einer Hand. Sie bestehen aus dem Karpalgelenk, fünf Mittelhandknochen, vier langen Zehen und einer kurzen Daumenzehe. Die Hinterpfoten ähneln dem menschlichen Fuß und besitzen Sprunggelenke mit einem deutlich ausgeprägten Fersenbein. Allerdings haben die meisten Hunde hinten nur vier Zehen. Bei einigen Rassen existiert noch eine fünfte Kralle, die irreführenderweise Wolfskralle heißt, obwohl es sie bei Wölfen nicht gibt. Die Zehen sind von entscheidender Bedeutung: Auf ihnen ruht das gesamte Gewicht. Hunde sind sogenannte Zehengänger und dadurch besonders schnell und wendig. Ihr kurzer Antritt ermöglicht es ihnen, bei der Jagd rasch loszusprinten.


Abgefedert wird der Lauf mit den Ballen, die sich unter jeder Pfote befinden. Die Ballenoberhaut bildet eine Schutzschicht aus übereinanderliegenden Hornzellen. Darunter befindet sich ein dickes Polster aus Fettgewebe, das kammerartig von elastischem Bindegewebe umgeben ist. Die Ballen funktionieren wie eine Einlegesohle aus Gel: Sie dämpfen Stöße ab und entlasten Zehenknochen und Gelenke. Sensorische Nerven nehmen Druck und Vibrationen wahr und informieren über die Bodenbeschaffenheit. Außerdem enthält die Ballenunterhaut sekretabsondernde Schweißdrüsen. Mit ihnen legt jeder Hund beim Spazierengehen seine ganz persönliche Pfotenduft-Fährte.



Routine bei der Pfotenpflege: Krallen und Haare schneiden


Die Kralle beginnt am letzten Knochenglied der Zehe, dem Krallenbein. Dieses hat einen gut durchbluteten Gewebefortsatz, der das Innenleben der Kralle bildet und häufig auch als "Leben" bezeichnet wird. Darüber stülpt sich wie eine Tüte die äußere Kralle, die aus mehreren Hornplatten besteht. Wie die menschlichen Fingernägel wachsen Krallen permanent nach. Durch das Laufen auf harten, steinigen Böden oder das Buddeln von Löchern nutzen sich die Hornschichten ab. Viele Haushunde drehen ihre Gassirunden heute aber auf weichen Wiesen- und Waldböden. Dadurch werden ihre Krallen zu lang und müssen von Menschenhand gekürzt werden. Lange Krallen sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie können kreisrund wachsen und schmerzhaft in die Zehenballen eindringen – dafür besonders gefährdet sind die Wolfskrallen. Zudem führen vernachlässigte Krallen zu Gelenkproblemen und Verspannungen, weil die Pfote beim Aufsetzen falsch belastet wird.



Wann sind Krallen zu lang und wie werden sie gekürzt?


Bei einem aufrecht stehenden Hund sollten die Krallen den Boden nicht berühren. Im Zweifelsfall hilft ein akustischer Hinweis: Wenn beim Laufen über Laminat oder Fliesen ein deutliches Klack-Klack ertönt, müssen die Krallen gekürzt werden. Am besten eignen sich dazu spezielle Krallenscheren. Diese haben gebogene Schneideflächen und meistens einen Sicherheitsstopp, um zu verhindern, dass versehentlich zu viel abgeschnitten wird. Das Kürzen der Krallen erfordert ein wenig Geschick und Erfahrung. Um es stressfrei zu gestalten, ist es ratsam, die Tiere bereits im Welpenalter daran zu gewöhnen. Krallen werden so geschnitten, wie sie sich in der Natur abnutzen würden. Das heißt: Die Schere wird in einem leicht spitzen Winkel Richtung Zehe angesetzt. Wichtig dabei ist, das "Leben" nicht zu verletzen. Bei hellen Krallen ist es gut erkennbar, bei dunklen lässt es sich nur erahnen. Hier ist vorsichtige Millimeterarbeit gefragt, zu der auch eine Feile oder ein elektrischer Krallenschleifer genutzt werden kann. Grundsätzlich gilt: lieber weniger abschneiden als zu viel. Wenn Krallen regelmäßig gekürzt werden, zieht sich das "Leben" zurück. So lassen sich mit etwas Geduld selbst sehr lange Krallen auf eine angemessene Länge bringen.



Pfotenhaare richtig schneiden


Zur regelmäßigen Pfotenpflege gehört auch das Kürzen der Haare zwischen den Ballen. Sind sie zu lang, laufen die Hunde damit wie auf Socken und rutschen auf glatten Böden aus. Außerdem verfangen sich darin im Sommer Dornenzweige und große Kletten. Im Winter bleibt angetauter Schnee daran haften, der zu Eisbällen verklumpt und das Weitergehen unmöglich macht. Idealerweise bildet das Fell unter der Pfote eine Ebene mit den Ballen. Zum Kürzen der Haare sollte immer eine Schere mit abgerundeter Spitze verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden. Sehr langer und dichter Pfotenbewuchs kann auch vorsichtig mit einer kleinen Schermaschine getrimmt werden.



Pflegebalsam unterstützt die Hundepfoten


Um die Widerstandsfähigkeit der Pfoten und Haut zu stärken, können Sie einen auf die Hundehaut abgestimmten Pflegebalsam regelmäßig auftragen. Dadurch wird Rissen vorgebeugt, die Haut gestärkt und die Pfoten werden schön geschmeidig. Das Eincremen kann außerdem mit einer beruhigenden Pfoten-Massage kombiniert werden. Dadurch wird die Muskulatur aktiviert und die Durchblutung angeregt. Sie können für die Massage auch eine weiche Bürste verwenden.



Pfotenpflege im Lauf der Jahreszeiten


  • Frühling und Sommer: Mit steigenden Temperaturen sind es oft parasitäre Plagegeister, die den Hundepfoten zu schaffen machen. Neben Zecken gilt das besonders für die Larven der Grasmilben. Sie beißen sich an den Pfoten fest und injizieren mit ihrem Speichel ein Enzym, um kleine Hautbereiche aufzulösen. Dieses Enzym verursacht quälend juckende Quaddeln und Pusteln. Betroffene Hunde lecken oder beißen intensiv die befallenen Stellen. Meistens sitzen die Milben in den Zehen- und Ballenzwischenräumen. Bereits aufgebissene Pusteln sollten sofort desinfiziert werden, damit sie sich nicht entzünden. Der Sommer birgt noch andere Gefahren für die Hundepfote. Zu den heimtückischsten gehören Grannen. Sie dringen mit ihren Widerhaken tief in die Haut ein und können dort schlimme Entzündungen und Abszesse verursachen. Wortwörtlich auf der Straße liegt eine weitere Bedrohung: heißer Asphalt. Wir Menschen merken sofort, wenn uns etwas unter den Füßen brennt. Hunde haben an ihren Pfoten jedoch keine Wärmerezeptoren. Sie spüren die Hitze erst, wenn der Schmerzreiz einsetzt. Dann ist es häufig schon zu einer Verbrennung gekommen. Auch andere Untergründe wie dunkle Steinplatten, Gitterroste oder Sand erhitzen sich stark in der Sonne. Wer die Temperatur nicht abschätzen kann, sollte sieben Sekunden lang seinen Handrücken darauf legen. Ist es für die Hand heiß, gilt das auch für die Pfote.


  • Herbst und Winter: Die kalte Jahreszeit strapaziert Pfoten besonders stark. Kälte und Heizungsluft machen die Hornhaut spröde und trocknen sie aus; es entstehen Risse und Furchen. Abhilfe schafft ein Pfotenbalsam, das sanft in die Ballen einmassiert wird. Dadurch behalten sie ihre Elastizität und bleiben geschmeidig. Bei Schnee und Eis empfiehlt es sich, bereits vor dem Spaziergang eine schützende Schicht Pfotenbalsam aufzutragen. So ist jede Pfote besser gegen schädliches Streusalz und Rollsplit gewappnet. Nach der Gassirunde muss anhaftendes Salz immer gründlich abgewaschen werden, damit es der Hund nicht abgeleckt.



Fazit


Hundepfoten sind von Natur aus robust. Dennoch gibt es im Verlauf des Jahres einiges zu beachten, damit sie gesund bleiben. Eine kurze Kontrolle nach jedem Spaziergang hilft, Verletzungen, Parasiten oder eingetretene Fremdkörper schnell zu entdecken. Leckt und knabbert ein Hund auffälig oft an einer Pfote, signalisiert er damit meistens, dass etwas nicht stimmt. Frauchen oder Herrchen sollten dann aufmerksam einen Blick darauf werfen. Mit der richtigen Pfotenpflege und Achtsamkeit lassen sich viele Pfotenprobleme im Vorfeld verhindern. So kann der Vierbeiner "gut zu Fuß" sein Hundeleben genießen.







Achtung: Eine Futterumstellung ersetzt keinen Tierarzt oder Therapeuten. Bitte verständigen Sie bei akuten Problemen immer einen Fachmann. Bei den Empfehlungen handelt es sich lediglich um eine Anregung. Lassen Sie sich hier gerne von einem erfahrenen Barynesse-Futterspezialisten beraten.