Fütterungsfehler: Gute Hufe sind keine Selbstverständlichkeit!


​​Der Huf ist neben Augen und Zähnen, das wohl faszinierendste Ergebnis der zig Millionen Jahre andauernden Entwicklungsgeschichte des Pferdes. Leider weisen die Zuchtergebnisse des Menschen in der Regel meistens einen weniger belastbaren Huf auf, der ohne Korrektur und Pflege nicht zurechtkommt. Für die Gesunderhaltung der Pferdegliedmaßen spielen die Hufe eine entscheide Rolle. Der Huf als "unteres Fundament" hat Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat und somit auch auf den Stoffwechsel des gesamten Pferdes.


Für einen gesunden Huf braucht es neben einer geeigneten, angepassten Hufbearbeitung, gesunden Haltungsbedingungen (angepasste Bewegung auf geeigneten Böden mit hygienischen Verhältnissen) auch eine artgerechte, auf den Bedarf des Pferdes angepasste Fütterung und Mineralisierung.



Woraus "besteht" überhaupt Hufhorn"?

Der wichtigste Baustein für die Hufhornbildung ist das Cystein, eine nicht essentielle schwefelhaltige Aminosäure die der Körper in der Leber aus Methionin selbst herstellen kann. Hierfür muss aber auch Methionin ausreichend vorhanden sein. Bei Schädigungen der Leber kann der Körper Cystein nicht ausreichend selbst produzieren. Vitamin A ist für die Bildung der Brücken zwischen den Hornzellen notwendig. Es wird daher für einen guten Zellaustausch und eine gute Zellhaftung benötigt. Biotin spielt für die Ausreifung der Zellen eine essentielle Rolle und wird für den Einbau von Kohlendioxid in der Hornzelle benötigt


Bewegung ist oftmals die Grundlage für gesunde Hufe!


Neben der Hufbearbeitung und den äußeren Hygieneumständen spielt auch der gesamte Stoffwechsel eine entscheidende Rolle. Vor Allem Blutzirkulation, Nährstofftransport und Lymphsystem sind direkt abhängig von der Bewegung. Ob es „DEN Hufmechanismus“ gibt oder nicht, das sei hier einmal dahingestellt. Aufgrund der fehlenden Venenklappen in den unteren Extremitäten gibt es keine direkte Verbindung zwischen Hufmechanismus und Venenrückfluss bzw. Blutversorgung. Fakt ist jedoch dass durch regelmäßige Druckimpulse, die der Huf und insbesondere das Strahlpolster in der Bewegung erfährt, der Organismus dazu veranlasst wird, den Stoffwechsel hochzufahren, den Lymphfluss und Abtransport von Abfallprodukten anzuregen und das Gewebe vermehrt mit Blut und Nährstoffen zu versorgen. Auch die Hornproduktion wird zu großen Teilen durch die vom Boden kommenden Reize gesteuert und beeinflusst. Lange Stehzeiten fördern eine minderwertige Huf- und Hornqualität und reduzieren die Durchblutungs- und Osmoserate im Gewebe. Stehen die Pferde dann zusätzlich auf schmutziger, feuchtwarmer Einstreu (Kot und Urin fördert die Bildung von gasförmigem Ammoniak) schwächt das zusätzlich die Widerstandfähigkeit des Strahls und der Huf wird anfälliger für Fäulnisprozesse.



Stoffwechsel und Fütterung


Wie auch bei anderen Huferkrankungen (Hufrehe und Hufkrebs), kann auch mangelndes Hufwachstum organische Ursachen haben. Diese liegen meist in einer suboptimalen Futterzusammensetzung oder einer unzureichenden Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Jede Dysbalance und Verschiebung im Nährstoffhaushalt kann negative Folgen haben und den Organismus und insbesondere die Leber belasten. Viel sinnvoller ist es, Defizite exakt zu bestimmten und gezielt auszugleichen. Auch ein etwaiger Zink-, Schwefel- oder Biotinmangel sollte untersucht und gegebenfalls behoben werden, da diese Stoffe für die Produktion von qualitativ hochwertigem Hufhorn vonnöten sind. Zudem sollte ein Übermaß an Kohlenhydraten und Proteinen vermieden werden und einem eventuellen Übergewicht mit Hilfe einer langfristigen Ernährungsumstellung entgegen gewirkt werden.


Der Darm hat essentiellen Einfluss auf das Hufwachstum!