Alte Pferde richtig füttern

Tipps und Empfehlungen für Vitalität und Wohlbefinden im fortgeschrittenen Alter


Wie wir Menschen altern auch Pferde sehr unterschiedlich, abhängig von der Rasse, Beanspruchung und individuellen Konstitution. Manche Pferde sind mit 20 Jahren bereits alt, andere können mit 25 Jahren noch aktiv gearbeitet werden, ohne dass sie Ermüdungserscheinungen zeigen. Ponys und Vollblutpferde können generell älter werden als Warmblüter, die ein durchschnittliches Lebensalter von 20 bis 25 Jahren erreichen. Kaltblutpferde haben in der Regel eine Lebenserwartung von 16 bis 20 Jahren.


Allerdings nimmt irgendwann auch bei Ponys die Regenerationsfähigkeit des Körpers ab, und sie leiden unter diversen Alterserscheinungen. Neben Verschleißerscheinungen an Knochen, Sehnen und Zähnen wird besonders die Verlangsamung des Stoffwechsels beim alten Pferd deutlich. Das Immunsystem arbeitet ebenfalls weniger effektiv als in jungen Jahren. Mit einer bedarfsorientierten Fütterung, individuell angepasster Haltung und altersgerechter Bewegung lässt sich dafür sorgen, dass das Pferd auch im Alter gesund und vital bleibt. Doch die Wurzeln für eine gesunde Konstitution werden bereits im Fohlenalter gelegt. Eine artgerechte Fohlenhaltung mit viel Bewegung, regelmäßiger Hufbearbeitung, hochwertigem Mineralfutter und ein schonendes Training des jungen (erwachsenem) Pferdes sind die Grundlage für eine gute Entwicklung der Muskeln, Gelenke und Sehnen.


Alte Pferde brauchen jedoch durch die im Alterungsprozess auftretenden Wirkungen auf den Stoffwechsel ein oftmals "anderes" Futter als wenige Jahre zuvor. Die Inhaltsstoffe werden im Organismus nicht mehr so gut verwertet, Zahnprobleme können diese Problematik noch verstärken. Wenn die Zähne harte Fasern wie Heu, Gras und Stroh nicht mehr gründlich genug zerkleinern können, werden Nährstoffe und Mineralien weniger gut aufgenommen. Ein gutes Mineralfutter für ältere Pferde ist daher zwingen notwendig. Die Entgiftung funktioniert beim alten Pferd ebenfalls nicht mehr optimal, da Leber und Nieren mit der Zeit schlechter arbeiten. Erkennbar ist dies an Ödemen am Unterbauch, der Schlauchtasche oder an angelaufenen Beinen.



Genügend Zeit für die Regeneration


Wie bei Hunden und Menschen sind auch beim Pferd die Gelenke sowie Sehnen häufig besonders stark vom Alterungsprozess betroffen. Gerade im Leistungssport eingesetzte Pferde leiden unter der Belastung der Sprunggelenke, Beugesehnen, Fesselträger und des Rückens. Durch die oftmals starke Beanspruchung und können schon früh Arthroseerscheinungen und Sehnenschäden zeigen. Knorpelveränderungen in den Gelenken können schlussendlich zu Schmerzen und Lahmheit führen, und sind oft der Grund, dass Pferde nicht mehr geritten werden können. Allerdings sollten Sie dann auch bei der Haltung dafür sorgen, dass die vierbeinigen Rentner genug Ruhe und Liegemöglichkeiten haben, um sich zu regenerieren.


Auch das Herz macht beim alten Pferd oft nicht mehr so mit wie früher. Verschleißerscheinungen am Herzen kommen relativ häufig vor und können die Konstitution der Pferde beeinträchtigen. Die sogenannte Altersklappeninsuffizienz zum Beispiel führt schnell zu einer Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Herzens. Starke Temperaturschwankungen können ihnen dann ziemlich zusetzen. Doch auch bei jüngeren Pferden sind Herzerkrankungen gar nicht so selten. Im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess verbessern sich diese natürlich nicht, sondern wirken sich besonders stark aus.



Alte Pferde leiden oft unter Gewichtsverlust.